Talkrunden
Mit Tanzen, Marathon und Kickboxen Parkinson herausfordern
Berlin (pag) – Sport und Bewegung gelten als beste nicht-medikamentöse Intervention gegen Parkinson. In drei Talkrunden schildern Betroffene ihre Erfahrungen mit Tanzen, Triathlon und Kickboxen. Veranstalter ist die Parkinson Stiftung.
Der positive Effekt von Sport und Bewegung auf Parkinson-Erkrankte sei über alle Sportarten hinweg bewiesen, hält Prof. Michael Sommerauer, Neurologe am Universitätsklinikum Bonn, fest. So könne dem Dopamin-Mangel im Gehirn begegnet werden. Und Prof. Daniel Zeller, Oberarzt am Universitätsklinikum Würzburg, betont, dass die präklinische Forschung zeige, dass degenerative Prozesse gebremst werden können.
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Aber Sport bewegt noch mehr. „Ich habe durch Tanzen Parkinson akzeptieren können“, sagt Ule Mägdefrau, der einen inklusiven Tangokurs ins Leben gerufen hat. Der Parkinson-Betroffene Chris Schmidt-Heinsch hat in seiner Tanzgruppe beobachtet, dass Menschen mit dem Rollator kommen, aber dann ohne Rollator tanzen. „Was macht Musik mit einem?“, wundert er sich da immer wieder.
In jüngeren Jahren lief Wolfgang Wendlik regelmäßig Marathon. Als er die Parkinson-Diagnose erhielt, habe er ein Ziel gebraucht, um mit der Erkrankung zurechtzukommen. „Da kam mir in den Sinn, wieder Marathon zu laufen.“ Mit Erfolg. Vor Kurzem absolvierte er wieder die Distanz von 42,195 Kilometern.
Gabi Stanger war früher Leistungssportlerin (Handball und Radrennen). Unabhängig von der Parkinson-Diagnose steigt sie trotzdem regelmäßig aufs Fahrrad. Aber die Prioritäten haben sich verschoben: damals ergebnisorientiert, jetzt erlebnisorientiert. Sie nimmt die Natur um sie herum ganz anders wahr. „Radeln ist, Bewegung erfahrbar zu machen. Im wahrsten Sinne des Wortes.“
Auch Kickboxen eigne sich für Parkinson-Erkrankte. Das zeigt Beate Schönwald im Projekt „Kick Parkinson“. Die auf die Erkrankung spezialisierte Pflegekraft (Parkinson Nurse) sieht die großen Vorteile für Betroffene bezüglich der Bewegungsabläufe und der psychischen Stabilität durch Selbstermächtigung. Dr. Ute Hidding, Neurologin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, betont, dass diese Sportart auch das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein stärke.