TAVI

G-BA beauftragt Evaluation der qualitätssichernden Standards

Berlin (pag) - Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) lässt die Richtlinie zu minimalinvasiven Herzklappeninterventionen evaluieren. Darin legt das Gremium qualitätssichernde Mindeststandards für Krankenhäuser fest, die kathetergestützte Aortenklappenimplantationen (TAVI) oder Clipverfahren an der Mitralklappe durchführen wollen.

Dr. Regina Klakow-Franck © pag / Fiolka

Auf Basis des Evaluationsberichts, den das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) bis zum 31. Dezember 2019 vorlegen muss, wird der G-BA über die Weiterentwicklung der Richtlinie beraten. „Entscheidend für einen guten Outcome ist die Qualität der Indikationsstellung. Diese haben wir im Rahmen der sogenannten TAVI-Richtlinie erstmals in den Mittelpunkt einer Qualitätssicherungsmaßnahme des G-BA gestellt“, erläutert Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung. Die Richtlinie schreibt vor, dass die Indikation für eine minimalinvasive TAVI nach Beratung in einem interdisziplinären Herz-Team gemeinsam durch den Kardiologen und den Herzchirurgen gestellt werden muss. „Die Evaluation soll untersuchen, ob sich unsere Richtlinien-Vorgaben bewährt haben. Wenn ja, wird im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der G-BA-Richtlinie zu entscheiden sein, ob die derzeit auf ältere Patienten mit hohem Behandlungsrisiko beschränkte Indikation zur TAVI gegebenenfalls auf Patienten mit mittlerem Risiko erweitert werden kann, wie dies neuere Daten aus randomisierte Studien nahelegen.“

Für die Durchführung minimalinvasiver Herzklappeninterventionen hat der G-BA in der TAVI-Richtlinie qualitätssichernde Mindeststandards festgelegt. Sie trat im Juli 2015 in Kraft. Krankenhäuser, die TAVI oder Clipverfahren an der Mitralklappe durchführen wollen, müssen seitdem nachweisen, dass sie die festgelegten strukturellen, fachlichen und personellen Anforderungen erfüllen, um diese Leistungen weiterhin anbieten zu dürfen. Die Qualitätsvorgaben betreffen die Indikationsstellung, die Durchführung der Eingriffe sowie die stationäre Nachbehandlung der Patienten.