Vdek

Ärzte müssen mehr Sprechstunden anbieten

Berlin (pag) – Zwar sind die Menschen in Deutschland zufrieden mit der vertragsärztlichen Versorgung. Doch trotz des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) beklagen sich immer noch viele Patienten über zu lange Wartezeiten. Das hat eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands der Ersatzkassen (vdek) herausgefunden.

vergrößern

© adobe.stock.com, Prostock-studio

Laut des Meinungsforschungsinstituts warten 38 Prozent der Befragten mindestens einen Monat auf einen Facharzttermin, gibt die hauptamtliche Vorstandsvorsitzende des vdek, Ulrike Elsner, die Zahlen aus der Umfrage unter rund 1.000 gesetzlich Versicherten wieder. Dabei hätten die Krankenkassen zwischen 2019 und Anfang 2021 800 Millionen Euro Extrahonorar an die Vertragsärzteschaft zur Verkürzung der Wartezeiten locker gemacht. „Die Sprechstunden müssen ein Stück weit erweitert werden“, fordert Elsner. Auch das Terminmanagement sollte durch vermehrte Online-Vermittlung verbessert werden. Der vdek setzt außerdem auf den vermehrten Einsatz von Videosprechstunden.

Der Verband schlägt außerdem – vor allem zur fachärztlichen Versorgung auf dem Land – den Aufbau regionaler Gesundheitszentren vor. Schließlich müssen, so die Umfrage, rund 30 Prozent der Befragten in solchen Regionen Fahrzeiten von über 30 Minuten in Kauf nehmen. Kleinere Krankenhäuser könnten zu diesen Einrichtungen umgewidmet werden. „Betreiben sollten sie Ärzte oder die Krankenhäuser“, sagt Elsner. Dort könnten auch einfachere Operationen angeboten werden. Laut Forsa sprechen sich Dreiviertel der Befragten für solche Zentren aus.

Auf der Wunschliste des Verbands steht darüber hinaus das Reizthema Delegation ärztlicher Leistungen auf Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte für beispielsweise Hausbesuche oder Wundversorgung. Potenzial sieht Elsner zudem in Impfangeboten in Apotheken. Derzeit laufen mehrere Modellprojekte zur Influenza-Impfung. Elsner: „Wir könnten damit eine dauerhafte Möglichkeit schaffen, die Impfquoten in Deutschland insgesamt zu steigern.“