Neue Kooperation

Bewusstsein für Organspende schärfen

Berlin (pag) – Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutsche Hausärzteverband starten eine mehrjährige Zusammenarbeit beim Thema Organ- und Gewebespende. Im November 2018 werden rund 30.000 niedergelassene Hausarztpraxen mit Informationsmaterialien versorgt.

Dr. Ralf Brauksiepe © pag, Fiolka

Etwa alle acht Stunden stirbt ein Patient, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ gefunden werden konnte. „Die derzeitige Organspendesituation in Deutschland ist nicht wirklich zufriedenstellend“, sagt Dr. Ralf Brauksiepe (CDU), Patientenbeauftragter der Bundesregierung. „Für rund 10.000 Menschen in Deutschland ist eine Organtransplantation die einzige Chance auf Lebensrettung, Heilung oder Linderung der Beschwerden.“ Die Organspendebereitschaft habe laut Brauksiepe viel mit Vertrauen und Aufklärung zu tun. „Wer kann die Ängste beim Menschen am besten verstehen als der Arzt des Vertrauens?“, fragt er in die Runde.

Ziel der neuen Kooperation des Deutschen Hausärzteverbandes und der BZgA ist es, die Hausärzte bei Fragen der Patienten mit fundierten Informationen zu unterstützen, sagt Peter Lang von der BZgA. Das erste Informationspaket enthält unter anderem eine Broschüre mit Antworten über wichtige Fragen, Informationen zum Thema Hirntod, den Organspendeausweis, Erklärungen zur Patientenverfügung sowie einen Hinweis auf das Infotelefon mit der Hotline 0800-9040400.

Wie eine aktuelle Erhebung der BZgA zeigt, wünschen sich 44 Prozent der befragten Bürger mehr Informationen zur Organ- und Gewebespende. 42 Prozent haben noch keine Entscheidung getroffen. Diese Unsicherheit bestätigt Ulrich Weigelt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. „Das Informationsbedürfnis merken wir auch in der Praxis“, sagt er. „Die Hausärzte, die ihre Patienten in der Regel seit vielen Jahren kennen, können sie bei dieser wichtigen Entscheidung begleiten.“ Wichtig seien ergebnisoffene Gespräche, die autonome Entscheidungen zulassen.