Hauptversammlung

Gesundheitswirtschaft entfesseln: BPI will Industrial New Deal

Berlin (pag) –Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) fordert eine konsequente Standortpolitik der Bundesregierung zur Stärkung der Gesundheitswirtschaft. Zentrale Ziele sind Bürokratieabbau, Deregulierung und investitionsfreudigere Rahmenbedingungen.

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Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU) und Oliver Kirst vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) bei der BPI-auptversammlung © BPI/Kruppa

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Der BPI-Vorsitzende Oliver Kirst fordert eine Stärkung der pharmazeutischen Industrie: „Deutschland braucht eine starke Gesundheitswirtschaft – sie ist ein Garant für Innovationen und nachhaltiges Wachstum.“ Das ist die Hauptbotschaft der Hauptversammlung 2024. Die Industrie brauche Rahmenbedingungen, unter denen sie wieder verstärkt forschen, produzieren und Patienten versorgen könne.

Aktuell sei die Situation weltweit aber so, dass „andere forschen, wir regulieren.“ Währenddessen wanderten immer mehr Produzenten in andere Länder ab. Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen kritisiert, dass die Politik mit teils „kafkaesker“ Überregulierung dafür gesorgt habe, dass Deutschland zu einem „Death Valley der Bürokratie“ verkommen sei. Der Politik wirft er ein generelles Misstrauen gegen Unternehmertum vor.

Bei der Hauptversammlung spricht Friedrich Merz, der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, über seine Vorstellungen zur Stärkung der Branche. Für den Oppositionsführer ist klar, dass Deutschland künftig wieder die „Apotheke der Welt“ werden müsse. Neben einer Senkung der Steuerbelastung sieht er eine Steigerung der Innovationsfreude als entscheidend an. Zentral sei ein besserer Zugang zum Kapitalmarkt.

Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) würdigen schon bei einem Treffen am Vorabend die zentrale Bedeutung und die Leistungen der Pharmazeutischen Industrie. Lauterbach kündigt dabei einen Aufbruch und Neuanfang an. Vizekanzler Habeck stellt eine Abweichung von den strikten Vorgaben bei Medikamentenpreisen in Aussicht.

Zwar zeigen sich die BPI-Vertreter umschmeichelt von den Aussagen der Spitzenpolitiker, fordern aber nun konkretes Handeln. Bloße große Ankündigungen hätten in den letzten Jahrzehnten schon viele Politiker gemacht.