ePA

Ärzte haben Probleme mit Patientendaten-Schutzgesetz

Berlin (pag) – Das Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) ist ein umstrittenes Unterfangen. Bei der öffentlichen Fachanhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags bleiben die Jubelstürme und Lobeshymnen aus.

In der ersten Version der ePA ab 2021 können Patienten noch nicht einzelne Dokumente vor Behandlern verdecken. Das ist laut Gesetzentwurf erst in der zweiten Version ab 2022 möglich. Dieses Modell erschließt sich dem Kryptographen und Einzelsachverständigen Prof. Dominique Schröder nicht. Seiner Meinung nach sollte alles in einem Schritt vollzogen werden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so schwierig sein soll.“

Unzufrieden ist auch Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD). Sie kritisiert, dass ÖGD-Beschäftigte nach jetzigem Stand nur minimale Zugriffe auf die ePA hätten. Labordaten und Röntgenbefunde fielen nicht darunter. Das hält sie „für einen großen Fehler“.

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV © pag, Fiolka

Dass die Krankenkassen in die ePA Informationen über eigene Anwendungen zur Verfügung stellen können, bemängelt Dr. Thomas Kriedel von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Er sieht das Arzt-Patienten-Verhältnis gefährdet und schlägt eine ePA mit drei klar voneinander zu unterscheidenden Bereichen vor, in denen Ärzte, Versicherte und Kassen ihre jeweiligen Inhalte einstellen können. In seiner Stellungnahme fragt sich der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, wie es aus therapeutischer Sicht möglich sein solle, zu einer fundierten ärztlichen Entscheidung zu gelangen, wenn die Nutzung der ePA freiwillig sei und der Patient entscheide, welche Daten gespeichert würden. Der Verband befürwortet eine elektronische Arztakte.

Dr. Doris Pfeiffer vom GKV-Spitzenverband will keine ePA-Terminals in den Geschäftsstellen der Krankenkassen. Diese Geräte für Menschen ohne Endgeräte kosteten sehr viel und würden wahrscheinlich nur von wenigen genutzt.