Corona

Krise lehrt Umgang mit knappen Ressourcen

Berlin (pag) – „Ich werde erst Zahlen nennen, wenn die Lieferungen auch wirklich vor Ort angekommen sind“, meint Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am 26. März auf die drängende Frage, wo der Nachschub an Schutzausrüstung bleibt.

Gesundheitsminister Spahn und Vorstandsvorsitzedner der KBV Dr. Andreas Gassen © pag, Braun

Knappe Ressourcen sind für ein Gesundheitssystem wie das deutsche eine neue Erfahrung. „Selbstverständliche Materialien, die im Centbereich liegen, gibt es nicht mehr“, meint Spahn. Er nährt die Hoffnung auf Nachschub für Schutzkleidung & Co. weiß aber, dass es Liefersicherheiten trotz Zusagen in Zeiten globaler Notstände nicht gibt. Auf viele Fragen haben die Experten noch immer keine Antworten. Man wisse zu wenig. Das gilt auch für die Frage der Exit-Strategie. Welche Maßnahmen wann zurückgefahren würden, „können wir noch nicht sagen“, meint Prof. Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Ressourcen richtig einsetzen, sei jetzt das Gebot der Stunde, bekräftigen die Fachleute. Prof. Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), berichtet, dass bereits 60 Prozent der Krankenhäuser ihre Intensivkapazitäten an das im Aufbau befindliche DIVI-Register geliefert hätten. Hier könne man in Echtzeit freie Kapazitäten sehen.

Mit von der Partie bei dem Ministerauftritt vor der Bundespressekonferenz: Dr. Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der einen Tag zuvor noch den Minister gemahnt hat: „Zugesagte Garantien müssen auch kommen“. Jetzt äußert er vor der Presse und unter den Augen des Ministers, dass etwas Material angekommen sei und man Hoffnung habe, das es mehr werde.