Allianz

Mehr Gesundheitswissen für Deutschland

Berlin (pag) – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat mit Vertretern der Krankenkassen, von Ärzten- und Pflegeverbänden, Apothekern und Patientenorganisationen sowie der Bundesländer eine „Allianz für Gesundheitskompetenz“ gegründet.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe © pag / Fiolka

„Wir brauchen dringend mehr verständliche Gesundheitsinformationen“, erklärt Gröhe. „Denn nur wer gut informiert ist, kann Gesundheitsrisiken vermeiden und im Krankheitsfall durch eigenes Verhalten zu einer erfolgreichen Behandlung beitragen.“ Doch es sei nicht immer einfach, im Dickicht der oft unverständlichen Gesundheitsinformationen den Durchblick zu bewahren. Der Minister zitiert eine aktuelle Studie, nach der mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland (rund 54 Prozent) nur über eine „eingeschränkte Gesundheitskompetenz“ verfügten. Sie hätten Schwierigkeiten, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, sie zu bewerten und die richtigen Entscheidungen für eine gesunde Lebensweise oder zur Krankheitsbewältigung zu treffen. Betroffen seien insbesondere ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Patienten mit geringem Bildungsstatus oder Migrationshintergrund. Eine bessere Gesundheitskompetenz zahle sich für den Einzelnen, aber auch für das Gemeinwesen aus: Nach Schätzungen der WHO würden drei bis fünf Prozent der Gesundheitsausgaben durch eine unzureichende Gesundheitskompetenz verursacht, so Gröhe weiter. Allein für Deutschland bedeute dies etwa 9 bis 15 Milliarden Euro.

Die Partner der „Allianz für Gesundheitskompetenz“ verpflichten sich in der gemeinsamen Erklärung, in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitswissens zu entwickeln und umzusetzen. Die wichtigsten Handlungsfelder sind die Verbesserung der Gesundheitsbildung, gute Gesundheitsinformationen und Entscheidungshilfen, vor allem auch im Internet, sowie mehr Verständlichkeit im Arzt-Patienten-Gespräch, aber auch in allen anderen Gesundheitsberufen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) selbst will für gute Gesundheitsinformationen im Internet sorgen und hat dazu dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Auftrag erteilt, ein Konzept für ein nationales Gesundheitsportal zu erarbeiten.

Neben dem BMG beteiligen sich an der Allianz: die Gesundheitsministerkonferenz der Länder, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten, Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, BAG Selbsthilfe, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Deutscher Pflegerat, Gemeinsamer Bundesausschuss, GKV-Spitzenverband, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Verbraucherzentrale Bundesverband, Verband der Privaten Krankenversicherung.