Krebsbekämpfung

Fokus auf Prävention und Translation

Berlin (pag) – Die Nationale Dekade gegen Krebs ist angebrochen. Und die Akteure sind sich einig: Am Ende, 2029, müssen Ergebnisse stehen. Das unterstreichen die vier Referenten bei der jüngsten Ausgabe der Vortrags- und Diskussionsreihe „Brennpunkt Onkologie“, die von der Deutschen Krebsgesellschaft veranstaltet wird.

Prof. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) © pag, Fiolka

„70 Prozent aller Krebstodesfälle könnten durch Prävention und Früherkennung vermieden werden“, betont Prof. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Deswegen legt die Dekade einen Schwerpunkt auf diese Themen. Das begrüßt Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung. Denn „bisher gibt es in Deutschland kein Konzept für Krebsprävention“. An Ansatzpunkten mangelt es nicht. Maar fragt sich, warum beispielsweise HPV-Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs nicht in Schulen angeboten werden oder auf Elternabenden über sie informiert werde.

Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, sieht das Problem, dass innovative Ideen nur schwer ihren Weg in oder durch die „Trutzburg“ Gemeinsamer Bundesausschuss finden. Das müsse in der Dekade diskutiert werden. Sein Traum für 2029: „Krebsdiagnosen werden in qualitätssicheren Prozessen unabhängig von Sektoren zur Verfügung gestellt.“ Prof. Olaf Ortmann, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, plädiert für eine Veränderung in der Versorgungslandschaft: „Wir brauchen viel mehr Zentralisierung was bestimmte spezialisierte Therapien anbelangt.“

Eine wichtige Rolle misst Baumann den Betroffenen bei. „Wir müssen Patienten in Forschungsfragen miteinbeziehen“, fordert der DKFZ-Vorstandsvorsitzende. Wie auch Maar wünscht er sich eine schnellere Translation, also einen besseren Wissensaustausch in den verschiedenen Feldern der Krebsforschung. Das Ziel: Erkenntnisse kommen schneller vom Labor ans Krankenhausbett. Ferner macht er sich für einen Ausbau der Nationalen Centren für Tumorerkrankungen stark.